Freitag, 7. August 2015

Oh Boy!

Gerade läuft im Fernsehen "Oh Boy", den ich seinerzeit geschwänzt habe und endlich mal gucken will. 

Ich hab viele solcher Lücken, weil ich sofort trotzig werde, sobald irgendwas sehr gelobt wird. Dann will ich damit erstmal nichts zu schaffen haben, denn ich habe ja einen ganz besonders besonderen Geschmack. Sobald die Trotzphase vorbei ist, entscheide ich dann völlig unabhängig. 

Wunderbarer Schwarzweiß-Film, Tom Schilling in der Hauptrolle, in den anderen Rollen eine ganz erkleckliche Ansammlung meiner Lieblingsschauspieler, Jazz-Soundtrack, spielt in Berlin - sollte sehr vergnüglich sein, aber nicht für mich! 

Ich bin einfach zu sensibel.

Gleich will ich dem Psychologen, bei dem der arme Tom in der ersten Szene den sogenannten Idiotentest absolvieren muss, eins in  die Fresse geben, weil der natürlich ein Fiesling ist und den armen Tom als Opfer für seine machtgeilen Fantasien benutzt.

Dann landet der arme Tom auf der - wie sich noch herausstellen wird - endlosen und vergeblichen Suche nach einem anständigen Kaffee in einer völlig bekloppten Kaffeebar, und die ist so, wie die heutzutage eben sind, mit Auswahl an Fantastilliarden Sorten Kaffee mit unglaublichen  Preisen, die sich der arme Tom nicht leisten kann.

Und dann wird der arme Tom als seelischer Mülleimer von einem einsamen Nachbarn missbraucht. 

Jetzt trifft er sich gerade mit zwei Freunden, der  eine  trägt die Uniform  eines Wehrmacht-Offiziers und beschreibt mit großer Inbrunst seine Rolle in  dem Film, in dem er gerade mitspielt. 

Ich kann das gar nicht mit ansehen! Der arme Tom.

Aber toller Film.